Netzwerk-Initiative "Spirituelle Krisen und Transformation"
shakti



Kundalini-Energie
- Richtlinien für das Erwachen




von Ernst Wälti
Startseite
Wandlung-Transformation
Erleuchtung - Gotteserfahrungen
Der Ego-Tod - Identitätsumwandlung
Spirituelle Krisen
Die "dunkle Nacht"
Kundalini
Nah-Todes-Erfahrungen
Schamanische Krisen
Transformation und Krebs
Drogen/Alkohol und Transformation
IMPRESSUM

Um negative Folgen möglichst zu vermeiden, sind beim Erwachen der Kundalini-Energie die folgenden Überlegungen zu beachten: Kundalini-Energie kann durch Meditation, Yoga, Gebet, Körperübungen, Drogen oder durch irgendwelche persönliche Ereignisse mit einer starken emotionalen, traumatischen Komponente unwillkürlich freigesetzt werden. Aber auch bei Geburten, Menopause und gewissen asketischen oder sexuellen Praktiken wurde das Erwachen der Kundalini beobachtet. So erfreulich das Ereignis als Ankündigung einer Transformation des Körpers und Geistes auch ist, so kann der explosive Kundalini-Energieschub doch mitunter zu körperlichen und psychischen Problemen führen. Was ist in einem solchen Fall zu tun ? Dieser Frage wollen wir uns hier zuwenden.

Als erstes muss man sich klar darüber werden, ob die festgestellten Symptome wirklich auf ein Kundalini-Erwachen zurückzuführen sind. Man vertraue dem gesunden Menschenverstand. Nicht jeder Kopfschmerz ist der Kundalini-Energie zuzuschreiben.

Wer mitten in einem Kundalini-Energieprozess drin steckt, soll nicht versuchen, diese Energie irgendwo hinzulenken oder auf irgendeine Weise zu kontrollieren, es sei denn, er werde von einem weisen und erfahrenen Lehrer gelenkt. Es ist besser, sich einfach der innewohnenden Intelligenz dieses Prozesses zu überlassen, als sich unqualifizierten Personen anzuvertrauen.

Sei dir bewusst, dass mit dem Kundalini-Erwachen eine Transformation beginnt, die jedes Element deines Bewusstseins, deines Seins umfasst.

Ist die Energie bereits heftig am Fliessen, dann ist es gefährlich, mit Techniken, die zur Erweckung der Kundalini empfohlen werden, weiterzufahren und das Chakrasystem noch mehr zu stimulieren; ich denke hier an Übungen wie  Pranayama oder bestimmte Yogameditationen.

Man setze mit solchen Übungen aus, bis sich der Organismus wieder in Balance befindet. "Zurück zur Erde" ist eine gute Devise. Wer einen Garten besitzt, soll dort arbeiten, oder in einem Wald spazieren gehen und den Kontakt zur Erde suchen.

Wenn eine Person nicht erkennt, dass es sich um ein Kundalini-Erwachen handelt, neigt sie stark dazu, die Symptome zu bekämpfen. Dies ist vor allem beim spontanen Auftreten der Energie der Fall. Zwei Beispiele mögen das veranschaulichen: Eine Person, die monatelang an unerträglicher Müdigkeit litt (ein bekanntes Symptom bei gewissen Stufen des Kundaliniprozesses), entschloss sich durch Einnahme von Amphetaminen die Müdigkeit zu kurieren. Das stellte sich als ein schwerwiegender Fehler heraus. Sie katapultierte sich in eine zehnwöchige Psychose. In einem anderen Fall geriet eine Person in Panik, als sie versuchte, der scheinbar fremden Kraft in ihrem Körper, die sich in bizarren Verdrehungen des Rumpfes manifestierte, Widerstand zu leisten. Als sie lernte, dass diese ungewöhnlichen Positionen  ihres Körpers durch die Kundalinikraft bewirkt wurden, um in ihm einen freien Energiefluss zu gewährleisten, entspannte sie sich und liess der Energie ihren Lauf. Ihre Furcht verschwand und ihre Gesundheit nahm von da an zu.

Vermeide alles, was den natürlichen Verlauf der Kundalini hindert, respektiere ihn.

Die Frage, ob man bei einem Kundalinischub mit negativen Begleiterscheinungen einen Heiler oder Arzt hinzuziehen soll, kann im allgemeinen weder mit ja noch mit nein beantwortet werden. In der Literatur finden sich Argumente dafür und dawider. Jedenfalls berichten eine grosse Anzahl von Leuten, dass die Manipulation der Energieströme durch die Heiler zu einer Zunahme der Kundalini-Symptome und des Leidens geführt habe.

Als Regel sollte man sich merken, weder einen Arzt, Heiler, noch irgendeinen spirituellen Lehrer aufzusuchen, der keine Kenntnisse von der Kundalinikraft hat oder sie als Einbildung des Hilfesuchenden abtut. Wende dich wenn möglich an jemanden, der mit der Kundalini-Energie und ihren Erscheinungsformen vertraut ist und der diese Energie mit Achtung, Respekt und Einfühlungsvermögen behandelt. Nur ein wenig über die Kundalini-Energie informiert zu sein, reicht nicht aus, um einer betroffenen Person zu helfen, es braucht dazu ein tieferes Wissen über diese Vorgänge. Wie verheerend ein Nichtwissen der Kundalinivorgänge bei spirituellen Lehrern sein kann, hat der Lehrer Swami Narayanananda kurz erwähnt: "Wenn die aktivierte Kundalini-Energie zu lange im Swadhistana Zentrum bleibt, erschöpft das einen Menschen vollständig. Der Körper einer solchen Person wird mager und dünn, er wird anfällig für Krankheiten und leidet an nervöser Erschöpfung. Viele aufrichtige Schüler - ob Mann oder Frau - enden in einem miserablen Leben. Der Grund für dieses Versagen ist, dass die erwachte Kundalini zu lange im Swadhistana Chakra verharrt....viele geistige Führer wissen nichts davon und ruinieren ihre Schüler körperlich und seelisch. Diese Schüler leben in einem wahren Höllenfeuer."

Wer immer sich auf den Pfad der Kundalini begibt, möge äussert vorsichtig sein, langsam und bedächtig vorwärts gehen, denn es sind heilige Wasser. Plump hineinzuspringen, kann im Verderben enden!

Quelle: Schweizerische Vereinigung für Parapsychologie (SVPP): Psi-Mitteilungen, 8, 2002.
(Wir bedanken uns, dass uns dieser Artikel vom Autor/der Redaktion zur Veröffentlichung an dieser Stelle überlassen wurde.)